Manchmal mache ich das gerne. Anders reagieren, als Menschen es von mir erwarten. Kennen Sie das? Ich bekomme Kommentare wie: „Also das hätte ich so nicht von dir gedacht.“ Oder: „ Wie kannst du nur so entscheiden“, gepaart mit einem vorwurfsvollen Blick. Sie sind irritiert – die Menschen, die es doch nur gut mit mir meinen. Ab und zu folgt dem verbalen Aufreger ein kurzes, kaum wahrnehmbares Lächeln, frei nach dem Motto: Ich kann dich ein bisschen verstehen, aber gut heißt kann es deswegen noch lange nicht.

Mein runder Geburtstag sorgte erst letztens für Aufregung. Als „Kind“ des geburtenstärksten Jahrgangs der Baby-Boomer- Generation habe mich aus dem Staub gemacht. Die Entscheidung habe ich weder diskutiert noch in Frage gestellt. Mein eigenes Bedürfnis bekam Priorität – ohne Wenn und Aber. Ja, so sind sie die „Revoluzzer“ der damaligen Zeit – selbst, wenn ich mich persönlich nie dafür gehalten habe.

Mit 340 kg Stahl und Chrom zwischen den Schenkeln bin ich in zwei Wochen 6000 Kilometer über die Route 66 gefahren, gemeinsam mit einem Freund. Statt Geburtstagstorte gab es Burger, statt einer großen Geburtstagsfeier mit Freunden und Familie unendliche Weiten und einen Blick bis zum Horizont.

Mit dem Ausbrechen aus dem Mainstream schenkte ich mir ein Stück Freiheit, Unabhängigkeit und Glücksgefühle. Etwas zu tun, was ich noch nie gemacht habe oder wovon ich Jahre lang geträumt habe, gab mir tiefe Zufriedenheit.

Zum Fest einer guten Bekannten bin ich letztens nicht eingeladen worden. Eine Retourkutsche? Vielleicht! Auf der anderen Seite ist es der Preis, den ich gerne zahle für Dinge, die ich anders mache als andere.

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